Campus Hamburg

Schallschutzarchitektur mit OCTAVANT-Sichtbetonsteinen

Städtebauliche Lösung für anspruchsvolle Lärmsituationen

Mit dem Fine Arts Campus in Hamburg-Rothenburgsort wurde ein modernes Quartiersprojekt realisiert, das Wohnen, Pflege, Gewerbe und öffentliche Nutzungen in einem Gebäudeensemble vereint. Das Bauvorhaben an der Billhorner Kanalstraße 45–47 umfasst rund 21.270 m² Bruttogrundfläche mit 447 Mikroappartements, einer Wohn- und Pflegeeinrichtung, einer Feuerwache sowie ergänzenden Gewerbe- und Gemeinschaftsflächen. Die Fertigstellung erfolgte im November 2024.

Eine besondere Herausforderung des Projekts war die unmittelbare Lage entlang einer stark frequentierten Bahntrasse. Bereits in der städtebaulichen Konzeption wurde deshalb der Schallschutz als zentrales Planungsziel berücksichtigt. Das Gebäude besteht aus einem langgestreckten Riegel entlang des Bahndamms sowie fünf rechtwinklig angeordneten Gebäudeflügeln. Diese kammartige Struktur fungiert als wirksamer Schallschutzriegel und reduziert die Lärmbelastung für die südlich angrenzende Wohnbebauung sowie für die hofseitig angeordneten Wohnbereiche innerhalb des Ensembles.

Fine Arts Campus Hamburg: Gebäudeansicht mit Fassade aus OCTAVANT-Sichtbetonsteinen

Projektdaten

  • Projekt: Fine Arts Campus
  • Standort: Billhorner Kanalstraße 45–47, Hamburg-Rothenburgsort
  • Fertigstellung: November 2024
  • Bruttogrundfläche: ca. 21.270 m²
  • Nutzung: 447 Mikroappartements, Wohn- und Pflegeeinrichtung, Feuerwache, Gewerbe- und Gemeinschaftsflächen
  • Produkt: OCTAVANT-Sichtbetonsteine, schallabsorbierend

Architektur und Fassadengestaltung

Neben der städtebaulichen Anordnung wurde der Schallschutz durch die Gestaltung der Gebäudehülle unterstützt. Die Außenfassaden bestehen aus hoch schallabsorbierenden Betonsteinen mit poriger Oberfläche. Ergänzt wird die Fassade durch versetzt angeordnete Streckmetall-Paneele, welche die Fensterbereiche gliedern und der Gebäudehülle eine markante Tiefenwirkung verleihen. Das dunkel gestaltete Sockelgeschoss hebt sich durch großflächige Verglasungen deutlich von den darüberliegenden Geschossen ab.

OCTAVANT – Sichtbetonstein mit schallabsorbierenden Eigenschaften

Für die Fassadenflächen kamen OCTAVANT-Sichtbetonsteine zum Einsatz. Diese speziell entwickelten Betonsichtsteine zeichnen sich durch ihre offenporige und strukturierte Oberfläche aus. Durch die Vielzahl feiner Poren wird ein Teil der auftreffenden Schallenergie absorbiert, wodurch Schallreflexionen an der Fassadenoberfläche reduziert werden. Besonders in Bereichen mit hohen Verkehrslärmbelastungen, wie entlang von Bahntrassen, kann dadurch die Schallausbreitung im Umfeld des Gebäudes günstig beeinflusst werden.

Neben ihren akustischen Eigenschaften erfüllen OCTAVANT-Steine auch hohe architektonische Anforderungen. Die Sichtbetonoberfläche verleiht der Fassade eine charakteristische Materialität und ermöglicht gleichzeitig die Ausbildung dauerhafter und wartungsarmer Gebäudehüllen. Natürliche Farb- und Strukturunterschiede sind produkttypisch und sorgen für ein lebendiges Fassadenbild.

Die Steine werden als frostbeständige Beton-Vormauersteine gemäß DIN 18153 hergestellt. Für die Ausführung des Mauerwerks sind die Anforderungen der DIN 1053 zu beachten. Eine hinterlüftete Fassadenkonstruktion wird empfohlen, um eindringende Feuchtigkeit sicher abzuführen und die Dauerhaftigkeit der Gebäudehülle zu gewährleisten.

Schallschutz durch Kombination von Baukörper und Material

Das Hamburger Projekt zeigt beispielhaft, dass wirksamer Schallschutz nicht ausschließlich durch klassische Lärmschutzwände erreicht werden muss. Vielmehr entsteht hier ein integrales Konzept aus:

  • schallabschirmender Gebäudegeometrie,
  • geschützter Anordnung der Wohnbereiche,
  • schallabsorbierenden OCTAVANT-Betonfassaden,
  • hofseitigen Aufenthalts- und Gemeinschaftsflächen.

Durch die Verbindung architektonischer, städtebaulicher und bauphysikalischer Maßnahmen konnte eine hochwertige Wohn- und Aufenthaltsqualität trotz direkter Nachbarschaft zur Bahntrasse geschaffen werden.

Fazit

Der Fine Arts Campus in Hamburg-Rothenburgsort verdeutlicht, wie moderne Architektur und innovative Baustoffe gemeinsam zu einer wirksamen Lärmminderung beitragen können. Die schallabsorbierenden OCTAVANT-Sichtbetonsteine übernehmen dabei eine wichtige Funktion innerhalb des ganzheitlichen Schallschutzkonzepts und verbinden technische Leistungsfähigkeit mit anspruchsvoller Fassadengestaltung. Durch die Kombination aus Schallschutzriegel und absorbierender Gebäudehülle entsteht ein nachhaltiges und städtebaulich überzeugendes Beispiel für das Bauen in lärmbelasteten Stadtlagen.

Für die schalltechnische Beurteilung von Schienenwegen im Jahr 2026 gelten weiterhin die Grenzwerte der 16. BImSchV. Entscheidend sind die Berechnung des Beurteilungspegels nach Schall 03 und der Vergleich mit den gesetzlichen Grenzwerten für die jeweilige Gebietsnutzung. Eine grundlegende neue Verordnung mit geänderten Grenzwerten ist bislang nicht in Kraft getreten.